Neues Buch „Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“

Welternährung – Systemwechsel der Agrarpolitik ist ein Muss

Quelle: Naturland Presse Info

Rund eine Milliarde Menschen hungern weltweit. 10 Millionen Menschen verhungern jedes Jahr. Dies entspricht etwa der Einwohnerzahl von Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf und Dortmund zusammen. Die existentiellen Lebensgrundlagen der Menschheit schwinden durch den vermehrten Verlust von fruchtbarem Ackerland und die Vernichtung von Natur erschreckend. Dadurch werden auch bäuerliche Existenzen zerstört. Die Weltgemeinschaft muss endlich handeln. Deutschland jedoch verweigert sich den Erkenntnissen des Weltagrarberichtes. Dieser belegt, dass die Welternährung nur durch ökologische Landwirtschaft und fairem Handel auf Langzeit zu sichern ist. Die Bundesregierung hält jedoch an einer gescheiterten Agrarpolitik fest. „Die industrielle Landwirtschaft verhindert nicht Hunger, sie produziert ihn“, so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Mitglied des Naturland Präsidiums und Öko-Bauer, der am 08.09.2011 sein Buch „Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“ (Bild) in Berlin vorstellte.

Als Erwerbs- und Existenzgrundlage von rund 2,6 Milliarden Menschen ist die Landwirtschaft größter Beschäftigungszweig der Welt und entscheidender Wirtschaftsfaktor vieler Entwicklungsländer. Während die intensive industrielle Agrarproduktion an ihre Grenzen stößt, trägt die kleinbäuerliche, ökologische Landwirtschaft vermehrt zur Welternährung bei und weist ein großes, noch nicht ausgeschöpftes Potenzial auf. Das belegen auch die Studien im Rahmen der gemeinsamen Kampagne “Öko+Fair ernährt mehr!” von Naturland e.V.und dem Weltladen-Dachverband e.V. Der Weltagrarbericht zeigt, wie sich durch kleinbäuerliche Landwirtschaft globale Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele erreichen lassen. Die Deutsche Bundesregierung ignoriert bis dato diese Fakten. Naturland fordert daher die Bundesregierung auf, den Weltagrarbericht zu unterzeichnen und seine Erkenntnisse in Agrar- und Entwicklungspolitik umfassend zu berücksichtigen. Kleinbauern sollen in ihrer Selbstorganisation und nachhaltiger ländlicher Entwicklung gefördert werden, u.a. durch die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Wissensvermittlung und Weiterbildung.

Ein Umschwenken in der Landwirtschafts- und Entwicklungspolitik fordert auch Felix Prinz zu Löwenstein: „Es muss endlich erreicht werden, dass die Kosten der landwirtschaftlichen Produktionsmethoden, die zu Lasten von Umwelt, Natur und künftiger Generationen gehen, sich in den Produktpreisen wiederfinden. Dies hätte automatisch eine deutliche Preiserhöhung zur Folge. Konsequenz daraus wäre die Ökologisierung der Land- und Lebensmittelwirtschaft“, so Löwenstein in seinem Buch. Die weltweite Nahrungsmittelkrise seit 2008 macht deutlich, wie verhängnisvoll sich die Abhängigkeit von Großkonzernen bzw. dem Weltmarkt und dessen stark schwankenden Lebensmittelpreisen auf Entwicklungsländer auswirkt. Öko-Landbau in Kombination mit fairen Handelsbedingungen, als funktionierende Alternativen, bieten den Menschen eine Zukunftsperspektive!
(Bild: Felix Löwenstein/links im Gespräch mit Pat Mooney, Alexander Gerber und Christine von Weizsäcker in Berlin)

14.09.2011

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