WESER KURIER vom 24.02.2012:
Uwe Baumert sprach mit Hambergens Naturschützern über Torfabbau und über Maisanbau für Biogasanlagen Nabu wirbt für “Artenvielfalt statt Einfalt”
Auszug:
Leiden unter dem Mais muss die Artenvielfalt. Baumert: “Die Wiesenweihe sehen wir dieses Jahr hier wohl gar nicht mehr.” 2002 hatte Baumert noch elf Brutpaare gezählt, in den vergangenen zwei Jahren keines. Das Rebhuhn meidet den Mais, Storch und Schleiereule fänden kein Futter, der Kiebitz keinen Lebensraum; er ist mittlerweile sogar eine bedrohte Art. In den 1990ern war er noch ein Allerweltsvogel. MEHR
AhlenerZeitung AZ vom 23.02.2012 über die Jahrestagung des Acker- und Saatbauverein Münsterland e.V. in Appelhülsen:
Am zunehmenden Mais-Anbau scheiden sich die Geister
Norbert Erhardt (Landwirtschaftskammer NRW) zum Thema “Grenzen des Maisanbaus und mögliche Alternativen” wird u.a. so wiedergegeben:
Doch die rigorose, wenn auch begründete Ackernutzung für Mais fordert ihren Tribut. Vor allem in der schrumpfenden biologischen Artenvielfalt. So forderte der Redner das Anlegen von Naturbrachen und Biotopen: “Sie schaffen hochwertige Lebensräume und produzieren auf wenig Fläche viel ,Biodiversität´. (Artenvielfalt).” Schließlich förderten solche Maßnahmen den Naturschutz. Und der harmonisiere Landwirtschaft mit der Gesellschaft. MEHR
SÜDWEST PRESSE vom 17.02.2012:
Pferdehalter haben Bauchweh
Auszüge:
Staatlich geförderte Biogasanlagen treiben nach Ansicht des Vereins Deutscher Hengsthalter die Kosten für die Pferdehaltung massiv in die Höhe. “Durch die Anlagen wird die Anbaufläche für Futtermittel knapper”, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Casper vom Gestüt Birkhof in Donzdorf der Nachrichtenagentur dpa.
”Damit steigen die Preise für Heu und Stroh in die Höhe.” Vor fünf Jahren habe er für einen 300 Kilogramm schweren Strohballen noch acht Euro bezahlt – inzwischen seien es rund 50 Euro. … Die steigenden Preise träfen aber nicht nur die Pferdeindustrie. Auch Schweinebauer und Rinderhalter bekämen die Auswirkungen zu spüren. “Irgendwann kaufen wir unser Fleisch dann in Ländern mit mehr Atomkraftwerken wie Frankreich oder Polen, weil hier bei uns die Produktion zu teuer wird.” MEHR
SÜDWEST PRESSE vom 03.01.2012:
„Genug Biogasanlagen in der Region“ findet der BUND-Regionalverband Donau-Iller. An geeigneten Standorten könnten jedoch mehr Windräder aufgestellt werden. – In den bestehenden Biogasanlagen sollten vermehrt alternative Substrate wie Blühmischungen und Speiseabfälle eingesetzt werden – statt Mais. Von einer zunehmenden Vermaisung sollte man in Oberschwaben jedoch nicht reden. Zitat:
Schließlich sei die Zahl der Rinder auf den Höfen in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen, so dass derzeit nur auf unwesentlich mehr Fläche Mais angebaut wird als Mitte der 1980er Jahre.
shz.de vom 03.01.2012:
Im Artikel „Hungerwüsten durch Maisanbau“ gibt Autor Manfred Philipp folgende Beobachtung wider (Zitat):
In Bad Malente brüteten zum Beispiel zwei Turmfalkenpaare in extra dafür aufgehängten Nistkästen. Einer am Wasserturm und einer an der Kirche. Bis vor zwei Jahren wurden dort jährlich jeweils drei Jungvögel groß gezogen. In den letzten beiden Jahren, seit der Maisanbau auch rund um Malente boomt, sind keine Turmfalken mehr zu sehen, weder Alt- noch Jungvögel.
MAIN POST vom 17.11.2011:
Maisanbau am Fluss ärgert Fischer
Autor Eckhard Heise berichtet von einem Seminar des Fischereiverbands Unterfranken und der Heustreuer Hegefischereigenossenschaften. Moniert wurde dort sehr heftig der zunehmende Anbau von Energiemais – und das oft bis direkt an das Ufer. In Bayern fehle eine gesetzliche Vorschrift von Mindestabständen. Zwar gebe es ein Randstreifen-Förderprogramm. Die Zahlungen für die Betriebsausfälle seien aber deutlich niedriger als der Ertrag der Landwirte, wenn sie bis ans Ufer Mais anbauen.
In manchen Flussabschnitten gehe der Fischbestand gegen Null. Das liege daran, dass bei Regen aus den Maiskulturen Boden nebst Düngemitteln in das Gewässer transportiert würde. Das Schwemmgut lagere sich auf den Kiesbänken ab, die dem Gros hiesiger Fischarten als Ablaichplätze dienten und nun nicht mehr ihre Funktion übernehmen könnten. Der Nährstoffeintrag führe zudem zu Algenbildung.