AbL: Eiweißstrategie braucht echte Anreize zum Anbau – Aigner gefordert

AbL – Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
Pressemitteilung, Hamm, 25.01.2012

DBV und Züchter beschreiben Situation richtig, aber bekämpfen den
entscheidenden Hebel. In der GAP-Reform müssen Zahlungen an Mindestanbau
gebunden werden. Ministerin Aigner gefordert

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert
Bundesministerin Ilse Aigner auf, in der von ihr angekündigten
Eiweißstrategie nicht dabei stehen zu bleiben, den stark zurückgegangenen
Anbau der heimischen Eiweißpflanzen nur zu beklagen.

“Ministerin Aigner hat es in der Hand, mit an dem alles entscheidenden Hebel
zu ziehen, damit die vielen positiven ökologischen Leistungen des
Leguminosen-Anbaus wieder flächendeckend in der Fruchtfolge aktiv genutzt
werden und nicht verkümmern. Sie sollte sich unserer Forderung anschließen,
dass als zentrale ökologische Bedingung zum Erhalt der vollen
EU-Direktzahlungen ab dem Jahr 2014 die Betriebe auf mindestens 20 Prozent
ihrer Ackerfläche Eiweißpflanzen oder Gemenge wie Kleegras anbauen. Das
würde die Leguminosen schlagartig in die volle Wettbewerbsfähigkeit mit
anderen Ackerkulturen bringen. Alle fünf Jahre Leguminosen auf der
Ackerfläche wäre ein Riesenschritt auf dem Weg der notwendigen ökologischen
Intensivierung der europäischen Landwirtschaft”, so Friedrich Wilhelm Graefe
zu Baringdorf, Bundesvorsitzender der AbL.

Der AbL-Vorsitzende verweist darauf, dass diese Forderung von der gesamten
Plattform der Verbände aus Landwirtschaft, Umwelt-, Tierschutz und
Entwicklungspolitik getragen wird.

“Der Deutsche Bauernverband und der Bundesverband der Deutschen
Pflanzenzüchter haben nun ein Papier zur Eiweißstrategie veröffentlicht, das
nur scheinbar in die gleiche Richtung geht. Als hätten diese Verbände es
erst jetzt gemerkt, listen sie viele ackerbaulichen und ökologischen
Vorteile des Anbaus von Körnerleguminosen in Deutschland auf und bedauern
den starken Anbaurückgang. Aber in den Vorschlägen bleiben sie dabei stehen,
nach staatlichen Geldern für Züchtung und Forschung zu rufen. Das kann man
sich aber alles sparen, solange die Wettbewerbsfähigkeit des elementaren
ökologischen Fruchtfolgeelements Leguminose nicht hergestellt wird. Das geht
nur politisch, indem die EU-Zahlungen an den Anbau der Eiweißpflanzen
gebunden werden”, ist der AbL-Vorsitzende überzeugt.

Und weiter: “Die Politik muss handeln, denn wir können nicht warten, bis der
Ölpreis sich noch einmal verdoppelt und es dann irgendwann billiger wird,
den Stickstoffdünger nicht mehr äußerst energieintensiv und klimaschädlich
chemisch herzustellen. Wir sollten so viel Stickstoff wie möglich ganz
natürlich von den Leguminosen aus der Luft in den Boden holen lassen, um ihn
für die Gesamtfruchtfolge nutzen zu können. Die europäischen Direktzahlungen
der ersten Säule daran zu binden, bedeutet daher keine Kopplung der Gelder
an eine Produktion, sondern sie ist notwendiger Bestandteil einer ökologisch
tragfähigen und zukunftsgerichteten Erzeugung von Lebensmitteln. Hier sind
Mut und Entschlossenheit der Bundesregierung gefragt, und nicht wohlfeile
Ablenkungsmanöver”, fordert Graefe zu Baringdorf.

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AbL – Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
Bahnhofstraße 31
D – 59065 Hamm/Westf.
Tel.: 02381-9053171
Fax:  02381-492221
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