Neues vom Club of Rome: So schrecklich ist die Welt in 40 Jahren

 

Gestern, 08.05.2012 brachte news.de einen Artikel über eine neue Veröffentlichung von Mitgliedern des Club of Rome.

Demnach erwarten uns bis 2052 eine Weltrevolution, Armut in reichen Staaten und eine immer geschundenere Umwelt.  Lesenswert auch die Kommentare!

Zum Artikel „So schrecklich ist die Welt in 40 Jahren“.

 

Deutschlands Wälder gehen online: Geodatensatz zu waldökologischen Naturräumen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thünen-Institut stellt Geodatensatz zu Deutschlands waldökologischen Naturräumen ins Netz

Wo kann in Deutschland welcher Wald wachsen? In den verschiedenen Naturräumen sind die Lebensbedingungen für Wälder unterschiedlich. Nicht jede Baumart kommt mit dem jeweiligen Klima, der Landschaftsgeschichte, dem Boden und der Geländeausformung gleich gut zurecht. So sehen Wälder im Gebirge anders aus als an der Küste oder im Tiefland. Übersicht schafft hier eine umfassende Kartierung und Klassifizierung des Thünen-Instituts für Waldökologie und Waldinventuren und des Arbeitskreises „Standortskartierung“. Erstmals stellt das Institut auf seinen Internetseiten einen deutschlandweiten Geodatensatz zu den waldökologischen Naturräumen bereit.Darin werden einheitliche Gebiete zusammengefasst – eben in waldökologische Naturräume. Die flächenmäßig kleinsten und einheitlichsten waldökologischen Naturräume sind sogenannte Wuchsbezirke, von denen es in Deutschland 608 gibt. Die Wuchsbezirke lassen sich zu 82 Wuchsgebieten und 7 Großlandschaften zusammenfassen. Umfassend beschrieben wurden die waldökologischen Naturräume vom Bund-Länder-Arbeitskreis „Standortskartierung“ in der Arbeitsgemeinschaft Forsteinrichtung. Darauf baut der Geodatensatz des Thünen-Instituts auf. Für jeden Naturraum lassen sich Informationen zur Ausdehnung, zum Klima, dem Wasserhaushalt sowie den Baumartenanteilen in den Wäldern abrufen. Je nach Wunsch stehen vorbereitete Karten, Dateiformate für die Einbindung in GIS und Metadatendienste bereit.

Der Datensatz steht allen interessierten Nutzern wie Forst- und Naturschutzbehörden, Waldbesitzern und Regionalplanern sowie jedermann frei zur Verfügung. Zukünftige Aktualisierungen sollen in Form von Updates bereitgestellt werden.

Der Geodatensatz ist für viele Fragestellungen nutzbar. Welche Gebiete liefern günstige oder weniger günstige Wuchsbedingungen für die verschiedenen Baumarten? Wo soll das Saat- und Pflanzgut für zukünftige Wälder gewonnen werden? Wo können die unterschiedlichen Wirtschaftsbaumarten den höchsten Holzertrag liefern? Der Datensatz liefert überdies eine wichtige Grundlage für die Auswertungen überregionaler Inventuren wie der Bundeswaldinventur (BWI) oder Bodenzustandserhebung im Wald (BZE).

Web-Links:
Startseite der Geodatenbank:
https://gdi.vti.bund.de/geonetwork/srv/de/main.home

Beschreibung des Projektes:
https://gdi.vti.bund.de/geonetwork/srv/de/metadata.show?uuid=5f87aed9-c91d-4643-…

Darstellungsdienst Wuchsgebiete / Wuchsbezirke:
https://gdi.vti.bund.de/geonetwork/srv/de/metadata.show?uuid=89351812-ecc6-4d75-…

Downloaddienst Wuchsgebiete / Wuchsbezirke:
https://gdi.vti.bund.de/geonetwork/srv/de/metadata.show?uuid=a53745d7-635e-4e3c-…

Attributkatalog Wuchsgebiete / Wuchsbezirke:
https://gdi.vti.bund.de/geonetwork/srv/de/metadata.show?uuid=ac969472-8f97-4cca-…

Ansprechpartner:
Franz Kroiher
Johann Heinrich von Thünen-Institut
Institut für Waldökologie und Waldinventuren,
Alfred-Möller-Str. 1, 16225 Eberswalde
Tel.: 03334/3820-309
E-Mail: franz.kroiher@vti.bund.de

Weitere Informationen:
Jürgen Gauer und Franz Kroiher (Hrsg.): „Waldökologische Naturräume Deutschlands – Forstliche Wuchsgebiete und Wuchsbezirke“. Sonderheft Landbauforschung Nr. 359, 42 Seiten.
Inhaltsübersicht und Download: http://www.vti.bund.de/no_cache/de/startseite/vti-publikationen/landbauforschung-sonderhefte/landbauforschung-sonderheft-detailseite/Bestellartikel/waldoekologische-naturraeume-deutschlands-forstliche-wuchsgebiete-und-wuchsbezirke.html

Stickstoff und Landwirtschaft: Interview mit Prof. Dr. Wahmhoff, DBU-Agrarexperte

Gestern (08.05.2012) hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) eine PRESSEMITTEILUNG herausgegeben unter der Überschrift

Stickstoffverluste in Landwirtschaft verringern: neue DBU-Förderinitiative

Düngung wirkungsvoller gestalten – Verluste bei Gülle und Stallmist verringern – Kalkulationshilfen per PC

 

Das folgende Zitat macht deutlich, worum es der DBU geht:

Mit einer neuen Förderinitiative will die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) jetzt einen innovativen Umgang mit Stickstoff in der Landwirtschaft vorantreiben. Ziel ist es, überflüssige Stickstoffverluste zu verringern und die – mineralische und organische – Stickstoffdüngung wirkungsvoller zu gestalten. DBU-Agrarexperte Prof. Dr. Werner Wahmhoff: „Allen voran muss die organische Düngung mit Gülle und Stallmist erheblich verlustärmer und damit nachhaltiger gestaltet werden.“

Meinen Widerspruchsgeist weckte zunächst dieser Satz:

Schließlich sollten für die Landwirte auch computergestütze Kalkulationshilfen zur optimalen Düngung weiterentwickelt und in die Praxis eingeführt werden.

Ich lebe halt in einer Region mit intensiver Tierhaltung. Da geht es oft nicht um sparsame und effiziente Düngung, sondern um die Beseitigung so großer Güllemengen, dass sie sinnvollerweise großteils gar nicht hier ausgebracht werden können.

In einem der Pressemitteilung angehängten ausführlichen Interview erklärt DBU-Agrarexperte Prof. Dr. Werner Wahmhoff allerdings, dass der gegenwärtige Umgang mit Gülle in den Zentren der Tierhaltung nicht zukunftsfähig sei und man dahin kommen müsse, die Gülle aufzubereiten, um sie in Ackerbauregionen zu verbringen.

Das ausführliche Interview ist wirklich lesenswert – eine auch für Laien verständliche Information rund um Stickstoff und die Problematik der Stickstoffverluste und der Überdüngung der Landschaft. Einige Aussagen über Mineraldüngung und die Möglichkeiten des Ökologischen Landbaues “schmecken” mir zwar nicht, aber das tut meiner Empfehlung keinen Abbruch.

Zum Artikel  “Stickstoffverluste in Landwirtschaft verringern: neue DBU-Förderinitiative

Zum Hintergrundinterview mit Prof. Dr. Wahmhoff

 

Brandschutzgutachten der Uni Eberswalde entlarvt Schweine-Fabriken als Todesfallen

In den letzten Jahren starben in Deutschland bei rund 50 Stallbränden mehr als 15.000 Schweine. Ein vom Deutschen Tierschutzbund und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Auftrag gegebenes Fachgutachten kommt jetzt zum Ergebnis, dass in Massentierhaltung gehaltene Schweine im Ernstfall auch gar nicht gerettet werden können.

Die genannten Verbände hoffen nun, dieses Gutachten werde deutliche Auswirkungen auf die Genehmigungspraxis von Mastanlagen und auf die Form der Schweinehaltung haben. Genehmigungsbehörden und Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung wird das Gutachten zur Verfügung gestellt.

Mehr in einer Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbund vom heutigen Tag.

Heute auf SPIEGEL ONLINE Wissenschaft: “Agrargift: Pestizid schädigt Gehirne Ungeborener”

Es steht heute auf SPIEGEL ONLINE Wissenschaft:    

Agrargift – Pestizid schädigt Gehirne Ungeborener

 

Hier der Vorspann:

Es tötet Ameisen, Fliegen, Motten – und greift offenbar die Gehirne von Kindern an: Experten warnen eindringlich vor Chlorpyrifos. Das Pestizid, das auch in Deutschland verkauft wird, wirkt laut einer neuen Studie schon in verblüffend geringen Mengen auf Ungeborene. 

 

 

„Unabhängige Bauernstimme“ kommentiert Kommunikationstrategie von Agrarindustrie und Bauernverband

Gestern, 29.04.2012 erhielt ich von Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) einen Hinweis auf einen Artikel in der Mai-Ausgabe der “Unabhängigen Bauernstimme”.

Der Doppeltitel des Artikels sagt schon, worum es sich dreht:

„Die Verbraucher mitnehmen“

Die perspektivlose Kommunikationstrategie von Agrarindustrie und Bauernverband

Sehr lesenswert schon allein wegen der Zusammenstellung von Äußerungen von Verbandsfunktionären des Deutschen Bauernverbandes (DBV) über die Menschen, die man mitnehmen will. Vor allem aber auch hilfreich, um einmal mehr zu verdeutlichen, dass es „die Bauern“ nicht gibt und dass im Ernährungsbereich eine entscheidende Linie verläuft zwischen Agrarindustrie und bäuerlichen Familienbetrieben. Wer ein wenig zwischen den Zeilen liest bekommt auch einen leisen Eindruck von den Zwickmühlen, in denen viele Bauern stecken.

Den Artikel „Die Verbraucher mitnehmen“ finden Sie als handliche PDF.

PS: Gern gebe ich Eckehard Niemanns Hinweis weiter, man könne Die Bauernstimme probeweise oder dauerhaft abonnieren, wenn man die Internetseite http://www.abl-ev.de/ anklickt und dort den Link “Bauernstimme” (rechte Spalte unten).

 

Agrarminister fahren Greening an die Wand. Machen wir Agrarpolitik sexy – und lassen diese MinisterInnen auflaufen!

Gestern haben sich zwei meiner drei Blogeinträge mit der Ökologisierung der EU-Agrarpolitik befasst. Soeben erhalte ich eine Pressemitteilung von EuroNatur. Deren naturschutzpolitischer Direktor Lutz Ribbe, ein ausgewiesener Agrarfachmann, berichtet vom heutigen Treffen des Agrarministerrates. Die Überschriften der Pressemitteilung:

EuroNatur: EU-Agrarminister torpedieren Begrünung der Agrarpolitik. BMELV brüskiert Umwelt- und Naturschutzverbände. Ökologischer Umbau der EU-Landwirtschaft in Gefahr

Ich habe das Gefühl, die Umweltbewegung und die Agraropposition sollten ihre fachlich fundierte, im Umgangston stets moderate Kritik an der Bundesregierung, dem Deutschen Bauernverband, der Agrarindustrie künftig schärfer, auch plakativer formulieren. Es gilt, einer von der Landwirtschaft wie auch von ökologischen und biologischen Kenntnissen weitgehend „unbeleckten“ Öffentlichkeit klar zu machen, dass wir gerade auch im Agrarbereich dabei sind, Natur und Umwelt zu zerstören.

Es kommt darauf an, den Stellenwert der Agrarpolitik in Medien und Öffentlichkeit wesentlich zu erhöhen. Agrarpolitik sollte Wahlen entscheiden. Wie sagte Renate Kühnast neulich? „Agrarpolitik ist sexy.“ Das glaube ich noch nicht. Machen wir sie dazu!

 

Nachgereicht kurz und knapp: NABU lehnt Aigners Vorschlag für neues Modell der EU-Agrarfinanzierung ab

PRESSEMITTEILUNG des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) vom 26.04.2012

 

NABU lehnt Aigners Vorschlag für neues Modell der EU-Agrarfinanzierung ab

Tschimpke: Vorrangflächen für den Naturschutz

Berlin/Luxemburg – Der NABU lehnt das von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner vorgeschlagene Modell der EU-Agrarfinanzierung als nicht zielführend ab. Von den Direktzahlungen an die Bauern soll nach Aigners Vorschlag ein fester Prozentsatz für Maßnahmen zugunsten von Umwelt und Natur einbehalten werden. Der NABU fordert die Einrichtung von ökologischen Vorrangflächen auf zehn Prozent der Landwirtschaftsflächen.

Dazu erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Ökologische Verbesserungen der Landwirtschaft sind die Voraussetzung dafür, dass es weiterhin Direktzahlungen an Landwirte geben kann. Zehn Prozent der Fläche sollen daher als Vorrangflächen für Blühstreifen, Hecken und viele andere Maßnahmen reserviert werden. Alles andere ist Schönfärberei.“

 

Für Rückfragen:

Jörg-Andreas Krüger, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik, Tel. 030-284984-1601

Informationen zu den NABU-Forderungen unter http://www.nabu.de/themen/landwirtschaft/europaeischeagrarpolitik/12622.html

EU-Agrarpolitik: Bundesregierung plädiert für Greening – und versucht es zu verhindern

Bereits gestern haben die Grünen im Bundestag eine Pressemitteilung verschickt mit der Überschrift

EU-Agrarpolitik: Bundesregierung will “Greening” gegen die Wand fahren.

Wir entnehmen der Mitteilung, die Regierung habe vorgeschlagen, komplett auf die Ökologisierung der Agrarzahlungen in der 1. Säule zu verzichten. Die Regierung verabschiede sich damit vom Hauptziel des europäischen Reformvorschlages, gesellschaftliches Geld solle es nur noch für ökologische Leistung geben.

Heute kam dann eine Mitteilung des Bundeslandwirtschaftsministeriums:

Aigner: „Die Umweltbeiträge der Landwirtschaft stärken und mehr Transparenz schaffen“

Die darin formulierten Zielsetzungen klingen in der Mehrheit super. Leider machen die vorgestellten politischen Vorschläge dann deutlich: Frau Aigner und die Bundesregierung wollen keine nachhaltige Landwirtschaft. Aigners Rezepte führen in eine umwelt- und naturfeindliche Agrarsteppe mit einigen kleinen Flächen darin, wo die Natur der Agrarlandschaft eine Arche Noah findet.

Wann begreifen eine Frau Aigner oder diese Bundesregierung, dass wir eine nachhaltige Landwirtschaft brauchen, die sich an den Prinzipien des ökologischen Landbaues orientiert? Eine Landwirtschaft, die auf ganzer Fläche mit der Natur arbeitet? Dass Mineraldünger und Pestizide in die Sackgasse führen? Dass wir nicht auf Teufel-komm- raus mehr produzieren dürfen, sondern unsere Ernährung und den Umgang mit Lebensmitteln an die natürlichen Grenzen unseres Planeten und die Kopfzahl der Menschen anpassen müssen?

Lesen Sie auch, was heute die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft zu Aigners Positionen sagt: AbL: Aigner will Umweltstandards verhindern