Biodiversität
- 15.02.2012: Ökosystemforschung: Wie Schnecken die Ausbreitung von Pflanzen sichern PM der Technischen Universität München vom 14.02.2012
- 10.11.2011: IUCN legt aktuelle Rote Liste vor: Ein Drittel aller Arten gefährdet / WWF: Artenschwund immer dramatischer PM des WWF vom 10.11.201
Meinung
- 28.10.2011: Deutsche begrüßen Rückkehr der Wölfe PM des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland vom 27.10.2011
Natur- und Umweltpolitik / Strategien
- 13.02.2012: BUND, NABU, WWF: Wie kehren Fischotter und Co zurück an die Ems? Pressemitteilung des WWF vom 13.02.2012
- Weißstörche beschäftigen Schweriner Landtag Minister Backhaus: Nahrungsräume der Weißstörche verbessern MVticker vom 03.02.2012
- 02.12.2011: Naturschutztag Schleswig-Holstein 2011 – Umweltministerin Rumpf: Leistungen der Natur dürfen nicht länger übersehen werden PM des Umweltministeriums S-H vom 02.12.2011
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»Naturschutz im neuen Jahrzehnt – Ziele und Strategien« lautete das Thema des Herbstsymposiums 2010 in Benediktbeuern. 74 Seiten starker Tagungsbericht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt - 06.10.2011: BUND und NABU zur Halbzeit von Schwarz-Gelb: Öko-Politik der Bundesregierung mit erheblichen Mängeln
- Umweltpolitik praktisch: Der Indikatorenbericht 2010 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt
- NABU und DNR: EU-Plan gegen Ressourcenverschwendung ist zu schwach (PM vom 19.09.2011)
Naturschutz in der Praxis
- 22.11.2011:Wiederansiedlungsprojekt im Elbe-Einzugsgebiet: Der Europäische Stör – ein lebendes Fossil, älter als die Dinosaurier PM des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) vom 22.11.2011
- 22.11.2011: Süßholz Arzneipflanze des Jahres 2012 WWF über die Fähigkeiten dieser Pflanze und über naturschonende Ernte wilder Heilpflanzen
- 05.10.2011: Scheitert die A 39 auch am Ortolan? PM des Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU), Regionalgruppe Ostheide vom 05.10.2011
Skandale
Naturnahe Hecken – blühende Landschaft!
(kompletter Artikel mit Fotos auf: http://www.heckenschutz.de)
In unseren oft ausgeräumten Landschaften können Hecken eine Bereicherung sein und zum Erhalt der Artenvielfalt, zur Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen beitragen. Umweltschützer setzen sich daher für den Erhalt bestehender und die Anlage neuer Hecken ein. Diese erfüllen vielfältige Aufgaben und dienen u.a. unseren Bienen und Vögeln als Nahrungsquelle.
„In einer Zeit, wo die Arten nur so wegsterben“ ist es nach Hermann Benjes** unverzeihlich, wenn Hecken vernichtet oder durch unsachgemäße „Pflege“ zu funktionslosem Grün verstümmelt werden. Oft wird auf die vielfältigen ökologischen und ökonomischen Vorteile hingewiesen, die echte Hecken (mehrreihig, ca. 4 m breit, altersgestuft, buchtig, bestehend aus verschiedenen, standortgerechten Sträuchern und wenigen die Sträucher überragenden Bäumen, mit Saumzone) nicht nur im Naturkreislauf, sondern auch für Landwirtschaft und Tourismus haben. Wer gern als Wanderer oder Radfahrer in schöner Natur unterwegs ist, weiß den Anblick und die Wirkungen der Hecken zu schätzen.
1. Foto: Solche Hecken sind als Biotopverbundlinien, als Bienenweide, als
Vogelnährgehölze usw. uentbehrlich und dienen auch als Wind- und Sonnenschutz für Wanderer, Radfahrer und Landwirtschaft ….
Restbestände sichern
Ein Arbeitskreis Heckenschutz* (AKH) beobachtet seit Jahren landesweit den Niedergang der restlichen Hecken und ein Vordringen der „Agrarwüsten“. So verschinden überall Wege, Wegränder, Brachflächen, Heckenlinien, Grasland – besonders im Zuge einer naturfernen EU-Agrarpolitik. Hecken werden immer stärker eingezwängt zwischen Straßen und Ackerfurchen bis in den Wurzelbereich hinein.
Deshalb stellen die „Heckenschützer“ deutlich immer wieder die ökologischen Vorteile einer von Heckenbändern und „Biotopverbundlinien“ durchzogenen Kulturlandschaft heraus: Klimaregulation, Überlebensgrundlage für Tier- und Pflanzenarten, Wind- und Sonnenschutz, Bienenweide, Luftreinhaltung, Schutz vor Bodenerosion, Ertragssteigerung, Sicherung des Erholungswertes der Landschaft….
Ein besonderes Problem sind die häufig nicht (richtig) gepflegten Wallhecken, die oft zu reinen Baumreihen degradiert sind.
Diese können nur durch eine planvolle Pflege über Jahre wieder in bedeutsame Hecken verwandelt werden. Die Auswahl der über 3 bis 4 aufeinanderfolgende Jahre abzuholzenden Bäume sollte am Schreibtisch – möglichst fotogestützt – geplant werden. Das dabei anfallende Gestrüpp kann gleich für den Umwandlungsprozess verwendet werden. Die Erlöse aus dem Verkauf von Holzmaterial können für die Pflege und somit auch für die erforderliche Neuanpflanzung einer Vielfalt von standortgerechten Sträuchern genutzt werden.
2. Foto: Eine Wallhecke, die durch ständigen Wegschnitt der Heckengehölze zu
einer Baumreihe geworden ist – Schermbeck, Forsthausweg
Neue Hecken richtig anlegen
Aus Ausgleichsmitteln, die bei Kreisen und Kommunen für Versiegelungen usw.
ständig anfallen, könnten überall neue Heckenbänder entstehen. Auch an den Wasserläufen, die gemäß Wasserrahmenrichtlinie aufzuwerten sind, ist großer Bedarf für neue Heckengehölze.
Eine gute Methode zur Neuanlage von naturnahen Hecken ist die „modifizierte Benjeshecke“**. Dabei wird Gestrüpp nicht verbrannt oder gehäckselt, sondern
-mit einigen einzupflanzenden Sträuchern für den Start- für den Aufbau einer neuen Hecke genutzt. Den Rest besorgen die Vögel.
Zu den Benjeshecken siehe ggf. folgende links:
http://www.heimat-fuer-tiere.de/deutsch/projekte/benjeshecken.shtml
und/oder:
http://naju-wiki.de/index.php/Bau_einer_Benjeshecke
Zur Absicherung einer naturnahen Tourismusentwicklung könnten alle Kommunen
wetteifern um neue Musterhecken, Hecken-Erlebnispfade usw.!
3. Foto: gezielte Wallheckenvernichtung durch „Kaputtpflege“ , Schermbeck, Dörnebruch – im „Vorranggebiet Feuchtwald“ und Landschaftsschutzgebiet
Richtige Pflege
Eine naturgemäße Pflege der Hecken geschieht immer abschnittweise und planmäßig nach einer Begehung, bei der die Pflegeabschnitte festgelegt werden. Eine Heckenlinie von etwa 100 m ist in Pflegeabschnitte einzuteilen. Entsprechende Kennzeichnungen sollten in der Hecke angebracht werden. Die in der Hecke gewollten höheren Bäume (3 bis max. 10 je 100 m) werden besonders gekennzeichnet.
Hat die Hecke etwa ein Alter von 10 Jahren erreicht, werden die Gehölze im ersten Abschnitt 20 cm über dem Boden sauber abgesägt. Da pro Jahr höchstens 20 % der Abschnitte „auf den Stock“ gesetzt werden, ergibt sich ein Durchpflegen des gesamten Heckenabschnitts innerhalb von 5 Jahren (10. bis 14. Jahr), wobei die jährlichen Pflegeabschnitte in der Abfolge nicht nebeneinander liegen. Bei dieser „20-%-Pflege“ wird eine buchtige Heckensilhouette und eine gute Altersstufenvielfalt erzielt, die in Kombination mit einer anzustrebenden, standortgerechten Sträuchervielfalt zu einer geradezu sensationellen Artenvielfalt in der Hecke führen kann. Anschließend gibt es in dem durchgepflegten Heckenabschnitt 5 Jahre keinen Eingriff.
Hecken dürfen niemals maschinell verstümmelt oder durch einen Flankenschnitt in ihrer Funktion beeinträchtigt werden (verheerender ästhetischer Eindruck, Zerstörung der ökologischen Heckenfunktion, keine Altersstufenvielfalt und Beschleunigung des Artensterbens, Windtunneleffekte durch „Hecken wie Mauern oder Spaliere“). Diese Art der Heckenpflege ist langfristig nicht teurer, als die
heute oft zu beobachtende Planlosigkeit und Willkür.
Hier ergeben sich die entscheidenden Konflikte mit den zur Pflege befugten Stellen:
den Bauhöfen der Kommunen und der Kreise, dem Landesbetrieb Straßenbau NRW, den Wasser- und Bodenverbänden, dem Wasser- u. Schifffahrtsamt usw.. Entweder
gibt es keine Pflegeempfehlungen oder man hält sich nicht an die eigenen Vorgaben
(z.B.: Zehn Regeln der Gehölzpflege, Straßen.NRW. http://www.strassen.nrw.de/_down/pub_gehoelzpflege.pdf). Mit dem Totschlagargument
man müsse im Straßenbegleitgrün ein „Lichttraumprofil“ im Rahmen der „Verkehrssicherungspflicht“ freischneiden, werden viele maschinellen Verstümmelungen und abenteuerliche Baumgestaltungen gerechtfertigt. Von den Hecken bleiben oft nur funktionslose Spaliere übrig.
Der AKH dokumentiert z.B. den Zustand der im Bereich von Schermbeck vorhandenen Wallhecken (Fotos).
4. Foto: Hecken werden –eigezwängt von Straße und Ackerfläche (Maismonokulturen)- immer häufiger zu ökologisch wertlosen Spalieren mit Pflanzenkarikaturen
Zu einer naturnahen Heckenpflege siehe u.a.:
http://uelzen.bund.net/wofuer_setzen_wir_uns_ein/biotoppflege/heckenpflege/unser_verfahren/
oder auch die Heckenpflegeempfehlungen des AKH:
http://lbu.castor.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/12/hecken-pflegerichtlinien.pdf
*Der Arbeitskreis Heckenschutz versucht überregional Heckenverstümmelungen zu stoppen, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer naturnahen Hecken- und Baumpflege zu schaffen. Er hat ein Antragsmuster/Konzept für neue Hecken und Pflegehinweise entwickelt, die jeder abrufen kann:
http://www.heckenschutz.de (info@heckenschutz.de) T.: 02853 – 8579557; dort auch: aktuelle Entwicklungen im Kampf um den Erhalt der Hecken, Internet-links, Literatur und Kontakte, Vernetzungen, Hinweise auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Hecken-Erlebnistouren usw.. Im Schermbecker Raum (Kreis Wesel/Niederrhein) wird es demnächst ein Treffen der an diesem Thema interessierten Umweltschützer geben.
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**Buchtipp:
Hermann Benjes: Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken
Natur & Umwelt Verlags GmbH, Bonn, 1998, 5. überarbeitete Auflage
ISBN: 3-924749-15-9
Siehe: Stichwort „Hecke“ bei wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Hecke
Jürgen Kruse: Hecken als Lebensraum. In: Imkerfreund, Die Biene oder ADIZ, Nr. 5, 2007, S. 20–22.